Eigenbetrieb, Merchant, Floor, Hybrid: Welches BESS-Vermarktungsmodell zu Ihrem Risikoappetit passt

Im vorigen Beitrag ging es darum, Basiserlös und Upside ins richtige Verhältnis zu bringen. Die offene Frage dabei: Über welches Modell stellen Sie dieses Verhältnis konkret her?

Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt nicht das eine richtige Vermarktungsmodell — aber es gibt ein passendes. Welches, hängt nicht vom Markttrend ab, sondern von drei Faktoren in Ihrem Haus: interner Kompetenz, Risikoappetit und strategischem Ziel.

Dieser Beitrag stellt die vier gängigen Rollenmodelle vor und liefert einen Entscheidungsbaum, mit dem Sie Ihre Einordnung selbst vornehmen können — als Grundlage für die interne Diskussion und das spätere Decision Memo.

Die vier Rollenmodelle im Überblick

Jedes Modell verschiebt drei Größen gegeneinander: Kontrolle, Eigenaufwand und Erlöspotenzial. Wer mehr Kontrolle und Upside will, trägt mehr Aufwand und Risiko. Wer Planbarkeit will, gibt einen Teil der Wertschöpfung ab.

1. Eigenbetrieb — volle Kontrolle, voller Aufwand

Das Stadtwerk besitzt den Speicher und vermarktet ihn selbst: eigene Handels- und Portfoliokompetenz, eigene Präqualifikation, eigenes 24/7-Risikomanagement. Der Upside ist maximal — aber auch das operative Risiko. Dieses Modell setzt voraus, dass die Multi-Market-Optimierung intern wirklich stemmbar ist.

2. Optimizer (Merchant) — Risikoteilung mit einem Kompetenzpartner

Das Stadtwerk besitzt den Speicher, übergibt aber die operative Vermarktung an einen spezialisierten Optimizer/Asset-Manager bzw. Trader. Die 24/7-Optimierung, Präqualifikation und Multi-Market-Steuerung liegen beim Partner; das Stadtwerk behält das Eigentum, die strategische Kontrolle und über definierte Kontrollrechte den Einblick. Ein Mittelweg: hoher Upside, ohne die volle operative Last selbst tragen zu müssen. Der Optimizer ist dabei ein spezialisierter Markt- und Handelspartner — eine andere Rolle als der Systemlieferant und technische Betriebsführer der Anlage.

3. Floor-Modell — Mindesterlös-Garantie, reduzierter Upside

Ein Floor-Modell legt eine vertraglich zugesicherte Untergrenze unter den Business Case. Das Stadtwerk bekommt Planbarkeit — eine kalkulierbare Untergrenze, die den Kapitaldienst trägt. Im Gegenzug wird der Upside oberhalb des Floors geteilt. Das Modell ist die Antwort auf den klassischen Controlling-Einwand: Sicherheit zuerst, Potenzial im Rahmen.

4. Hybrid (Tolling + selektive offene Vermarktung) — Know-how-Aufbau, geteilte Wertschöpfung

Ein Tolling-Partner sichert über eine feste Vergütung die Basis ab; parallel vermarktet das Stadtwerk ausgewählte Märkte selbst und baut so schrittweise eigene Kompetenz auf. Eigenaufwand und Kontrolle liegen höher als bei einem reinen Floor- oder Tolling-Vertrag — dafür steigt der Upside, und das Haus entwickelt eigenes Vermarktungs-Know-how. Für Häuser, die mehr wollen als reine Absicherung, aber noch nicht den vollen Eigenbetrieb stemmen.

ModellKontrolleEigenaufwandRisikoUpside
Eigenbetriebmaximalmaximalhochmaximal
Optimizer (Merchant)hochmittelmittelhoch
Floor-Modellmittelgering–mittelgeringbegrenzt
Hybrid (Tolling + selektive offene Vermarktung)hochhochmittelhoch

Der Entscheidungsbaum: drei Fragen

Statt einer pauschalen Empfehlung beantworten Sie drei Fragen — in dieser Reihenfolge.

Frage 1: Wie viel interne Kompetenz ist vorhanden?

Können Sie Handel, Präqualifikation für Regelleistung und 24/7-Risikomanagement selbst abbilden?

  • Ja, vollständig → Eigenbetrieb ist möglich.
  • Teilweise / im Aufbau → Optimizer (Merchant) (Sie behalten Eigentum, der Partner die Operation).
  • Nein → Floor-Modell oder Hybrid (Einstieg als reines Tolling).

Frage 2: Wie viel Risiko kann das Gremium tragen?

Wie reagiert Ihr Aufsichtsrat auf einen Business Case, dessen Erlöse mit dem Markt schwanken?

  • Erlösschwankung ist tragbar, wenn der Erwartungswert stimmt → Eigenbetrieb oder Optimizer (Merchant).
  • Es braucht einen abgesicherten Boden → Floor- oder Hybrid-Modell mit garantierter Mindestperformance.
  • Das Projekt darf das Stadtwerk bilanziell und operativ kaum belasten → reines Tolling (Einstiegsform des Hybrid-Modells).

Frage 3: Was ist das strategische Ziel?

  • Erlösmaximierung und der Aufbau eigener Vermarktungskompetenz → Eigenbetrieb, mittelfristig mit eigenem Optimierungsanteil.
  • Risikominimierung und Planbarkeit für die kommunale Governance → Floor-Modell oder reines Tolling.
  • Beides in Balance → Optimizer (Merchant) oder ein Hybrid-Modell mit Floor plus selektiver offener, eigener Vermarktung.

Drei Fragen, kein Automatismus — aber eine nachvollziehbare Logik, die im Gremium standhält.

Segment-Zuordnung: Wo die meisten Unternehmen landen

Aus der Praxis lässt sich eine grobe Tendenz nach Größe und Reifegrad ableiten — als Orientierung, nicht als Vorschrift:

SegmentTypische AusgangslageTendenz
Kleine StadtwerkeKein BESS-Know-how im Haus, politischer Wille zur Flexibilisierung, will Risiko begrenzenFloor-Modell
Mittlere StadtwerkeErste Handels-/EE-ErfahrungEigentum + Optimizer (Merchant), selektive Absicherung
Große VersorgerEigene Portfoliomanagement-Kompetenz, Multi-Asset-StrategieHybrid (Tolling + selektive offene Vermarktung)

Diese Zuordnung ist ein Startpunkt für die Diskussion — kein Urteil. Entscheidend bleiben die drei Fragen oben.

Hybridmodelle: Warum die Grenzen fließend sind

Die vier Modelle sind keine starren Schubladen. Die wirksamsten Konstruktionen liegen oft dazwischen: ein Floor für den Basiserlös, kombiniert mit selektiver eigener Vermarktung in ausgewählten Märkten wie FCR oder aFRR (je nach Projektsetup).

Dass die Grenzen fließend sind, ist kein Mangel — es ist der eigentliche Hebel. Genau hier konfigurieren Sie das Verhältnis von Absicherung und Upside fein nach Ihrem Risikoappetit, statt sich für ein Extrem zu entscheiden. Voraussetzung ist ein Energiemanagementsystem, das mehrere Anwendungen und Erlösmodelle parallel steuert — bei AXSOL übernimmt das AXOS, ohne separate Steuerungsinseln. Wichtig zur Einordnung: AXSOL ist dabei nicht der Vermarkter oder Optimizer, sondern der System- und Betriebspartner, der jedes dieser Modelle erst tragfähig macht — herstellerunabhängig und mit freier Vermarkterwahl. Welchen Vermarkter oder Trader Sie beauftragen, bleibt Ihre Entscheidung.

Wechselszenarien: vom Einstieg zur Eigenkompetenz

Die Modellwahl ist keine Einbahnstraße. Ein häufiger und sinnvoller Pfad:

  1. Start mit Floor-Modell oder reinem Tolling — niedriges Risiko, schneller Markteintritt, erste Betriebserfahrung ohne den Aufbau eines eigenen Teams.
  2. Übergang zum Hybrid-Modell (Tolling-Basis plus eigene Vermarktung) — sobald intern Kompetenz und Vertrauen gewachsen sind, übernimmt das Stadtwerk das Eigentum und mehr strategische Kontrolle.
  3. Selektiver Eigenbetrieb — in den Märkten, die das Unternehmen inzwischen sicher beherrscht, wird die Vermarktung schrittweise internalisiert.

Wichtig für die Vertragsgestaltung: Wer diesen Pfad offenhalten will, braucht passende Exit- und Anpassungsklauseln im Erstvertrag. Ein Modell, das sich nicht weiterentwickeln lässt, wird mit wachsender Kompetenz zur Bremse.

Fazit: Das passende Modell, nicht das lukrativste

Es gibt kein universell bestes Vermarktungsmodell — es gibt das, das zu Ihrem Haus passt:

  • Eigenbetrieb — volle Kontrolle und maximaler Upside für Häuser mit eigener Handelskompetenz.
  • Optimizer (Merchant) — hoher Upside bei geteiltem operativem Risiko, mit Eigentum und Kontrollrechten beim Stadtwerk.
  • Floor-Modell — abgesicherter Basiserlös für einen gremiumsfähigen Business Case.
  • Hybrid (Tolling + selektive offene Vermarktung) — gesicherte Tolling-Basis plus eigener Vermarktungsanteil, der Schritt für Schritt Kompetenz und Upside aufbaut.

Die Wahl entscheiden drei Fragen — interne Kompetenz, Risikoappetit, strategisches Ziel — und kein Markttrend. Und sie ist anpassbar: Wer mit einem Floor- oder Tolling-Modell startet, kann zu mehr Eigenkompetenz migrieren.

Wo Ihr Stadtwerk im Entscheidungsbaum steht, lässt sich in einem Gespräch klären. Wir ordnen Ihre Ausgangslage — interne Kompetenz, Netzanschlussstatus, Risikorahmen — ein und zeigen, welches Modell und welcher Migrationspfad tragen — modellneutral, denn unsere Rolle ist das System und der Betrieb, nicht die Vermarktung.

Nächster Schritt: Rollenmodell-Einordnung für Ihr Stadtwerk — im Erstgespräch klären. Discovery-Call vereinbaren →

Absicherung und Upside: Wie Stadtwerke BESS-Erlöse sichern, ohne Potenzial zu verschenken

Absicherung vs. Upside im BESS-Business-Case

Die schwierigste Frage im BESS-Business-Case ist selten die nach dem höchsten Erlös. Sie lautet:

„Wie sichern wir unsere Einnahmen ab, ohne den Upside komplett aufzugeben?“

Dieser Einwand kommt fast immer aus dem Controlling — und er ist berechtigt. Ein Batteriespeicher kann über Multi-Use erhebliche Erlöse erwirtschaften. Aber diese Erlöse schwanken: mit Regelleistungspreisen, Spreads im Intraday-Markt und einer Marktsättigung, deren Tempo niemand seriös auf zehn Jahre prognostiziert.

Wer einen kommunalen Gremienbeschluss vorbereitet, kann sich auf einen Best-Case-Erlös nicht stützen. Wer umgekehrt alles absichert, verschenkt genau das Potenzial, das die Investition rechtfertigt.

Die gute Nachricht: Sie müssen sich nicht zwischen Absicherung und Upside entscheiden. Sie müssen das Verhältnis konfigurieren — passend zu Ihrem Risikoappetit, Ihrer internen Kompetenz und Ihrem strategischen Ziel. Dieser Beitrag zeigt, wie.

Warum der Einwand berechtigt ist

Ein BESS-Erlösmodell, das nur den Erwartungswert zeigt, ist für eine Investitionsentscheidung wertlos. Drei Unsicherheiten machen das deutlich:

  • Erlösniveau: Regelleistungs- und Intraday-Erlöse sind volatil und tendenziell rückläufig, je mehr Speicher in den Markt kommen. Ein Modell, das die Preise von heute fortschreibt, überzeichnet möglicherweise den Business Case.
  • CAPEX und Degradation: Investitionskosten, Augmentation und Kapazitätsverlust über die Laufzeit verschieben die Wirtschaftlichkeit — unabhängig von der Erlösseite.
  • Netzentgeltregulatorik, insbesondere nach 2029: Netzentgeltsystematik und Saldierungsregeln sind in Bewegung. Ein Erlösmodell muss auch dann noch tragen, wenn sich die Rahmenbedingungen nach 2029 verschieben.

Deshalb gilt im Gremium: Robustheit schlägt Punktprognose. Ein belastbarer Business Case zeigt nicht einen Erlös, sondern einen Korridor — und macht transparent, wie viel davon vertraglich abgesichert ist und wie viel vom Markt abhängt. Genau diese Trennlinie ist der Hebel.

Die zwei Bausteine: Basiserlös und Upside

Jede konfigurierbare Erlösstrategie besteht aus zwei Schichten, die getrennt gesteuert werden.

1. Basiserlös-Absicherung — der kalkulierbare Boden

Der Basiserlös ist der Teil, auf den sich Ihr Business Case verlassen kann. Vertraglich abgesichert wird er typischerweise über ein Floor-Modell, das eine Mindestperformance garantiert — eine vertraglich zugesicherte Untergrenze, unter die der Erlös auch bei schwachem Marktumfeld nicht fällt.

Für das Controlling entsteht damit eine planbare Größe: ein Floor, der den Kapitaldienst trägt und die Bilanzwirkung kalkulierbar macht.

Der Preis dieser Sicherheit: Wer einen Floor garantiert bekommt, teilt im Gegenzug einen größeren Teil des Upsides mit dem Vertragspartner. Sicherheit ist nicht umsonst — aber sie ist der Unterschied zwischen einem gremiumsfähigen und einem spekulativen Business Case.

2. Upside-Partizipation — das offene Potenzial

Über dem Floor liegt der Teil, der vom Markt lebt. Hier entscheidet sich, in welchen Märkten Sie offen partizipieren — also das volle Erlöspotenzial mitnehmen und das volle Schwankungsrisiko tragen:

  • FCR, Primärregelleistung: schnell präqualifizierbar, aber zunehmend umkämpft, je nach Projektsetup.
  • aFRR, Sekundärregelleistung: höhere Erlöstiefe, anspruchsvollere Präqualifikation, je nach Projektsetup.
  • Intraday-Arbitrage: Erlös aus Preisspreads, stark von Volatilität und Optimierungsqualität abhängig.

Die Kunst liegt nicht darin, überall maximal offen zu fahren. Sie liegt darin, selektiv zu entscheiden: In welchen Märkten rechtfertigt das Erlöspotenzial das Risiko — und wo ist Absicherung der klügere Weg?

Ein technologie-agnostisches Energiemanagementsystem wie AXOS stellt die Basis, um diese Anwendungen parallel in einem System vermarkten zu können, ohne separate Steuerungsinseln — die Voraussetzung dafür, Basiserlös und Upside überhaupt sauber trennen und je nach Markt unterschiedlich gewichten zu können.[FB1.1]

Das Rollenmodell entscheidet über das Verhältnis

Ob Sie eher Absicherung oder eher Upside bekommen, ist keine reine Vertragsfrage — es hängt am gewählten Betriebs- und Vermarktungsmodell. Vier Modelle, ein klarer Trade-off:

RollenmodellAbsicherungUpsidePasst zu
Eigenbetrieb + Merchant-OptimierunggeringmaximalVersorger mit eigener Handels-/Portfoliokompetenz und Risikoappetit
Floor-Modellehochbegrenzt, Erlösteilung über dem FloorVersorger mit Bedarf an kalkulierbarem Basiserlös
Tolling-Modelle[FB2.1]maximalgeringStadtwerke mit minimalem Eigenaufwand und niedriger Risikotoleranz
Hybrid, Tolling + selektive offene Vermarktungmittel–hochmittel–hochkonfigurierbar nach Risikoappetit

Die Logik dahinter ist einfach: Eigentum plus eine offene Optimierung gibt maximalen Upside, Floor- und Tolling-Modelle eine höhere bzw. maximale Absicherung. Je mehr operatives Risiko und Komplexität Sie selbst tragen — 24/7-Optimierung, Präqualifikation, Multi-Market-Risikomanagement —, desto größer der mögliche Erlös. Je mehr Sie an einen Partner abgeben, desto planbarer, aber gedeckelter das Ergebnis.

Wichtig: Das ist keine Entweder-oder-Entscheidung für das gesamte Asset. Sie können einen abgesicherten Floor legen und in ausgewählten Märkten selbst offen partizipieren. Genau diese Kombination ist der Hebel, mit dem sich Absicherung und Upside fein justieren lassen.

Konfigurierbar statt pauschal

Es gibt nicht das eine richtige Erlösmodell — aber es gibt ein passendes. Drei Stellschrauben bestimmen Ihre Konfiguration:

  1. Risikoappetit: Wie viel Erlösschwankung verträgt Ihr Business Case, und was muss vertraglich gesichert sein, damit der Aufsichtsrat mitgeht?
  2. Interne Kompetenz: Können Sie Optimierung, Präqualifikation und Risikomanagement selbst stemmen, oder gehört das in die Hand eines Optimizers?
  3. Strategisches Ziel: Geht es um maximalen Ertrag, um Planbarkeit für die kommunale Governance, oder um den Aufbau eigener Vermarktungskompetenz über die Zeit?

Aus diesen drei Faktoren ergibt sich der Mix: Welcher Anteil läuft über einen garantierten Floor, welche Märkte fahren Sie offen, und wie verschiebt sich dieses Verhältnis, wenn Sie über Jahre eigene Kompetenz aufbauen.

Wer mit einem hohen Floor startet, kann den offenen Anteil später schrittweise ausweiten — die Konfiguration ist kein einmaliger Beschluss, sondern eine Entwicklungslinie.

Was im Vertrag stehen muss

Eine Erlösstrategie ist nur so belastbar wie ihre Vertragsstruktur. Für die Entscheidungsvorlage gehören vier Elemente sauber definiert:

  • Mindestperformance: Die vertraglich zugesicherte Erlös- und Verfügbarkeitsuntergrenze. Sie ist der Floor, der in den Business Case eingeht. Verfügbarkeitszielwerte wie 97 % sind dabei mit dem Batteriespeicherlieferant projektbezogen im SLA-Rahmen zu spezifizieren, nicht pauschal zu garantieren.
  • Erlösteilung: Eine mögliche Aufteilung der Erlöse oberhalb des Floors zwischen Stadtwerk und Optimizer/Vermarkter oder die komplette Eigenvermarktung. Hier wird sichtbar, wie viel Upside Sie gegen die Absicherung eintauschen.
  • Kontrollrechte: Transparentes Reporting, Einsicht in Vermarktungsentscheidungen und definierte Eingriffspunkte. Entscheidend für die Gremiumstauglichkeit: Wer einen Teil der Operation abgibt, braucht nachvollziehbare Kontrolle.
  • Exit-Klauseln: Unter welchen Bedingungen lässt sich das Modell anpassen oder beenden? Eine Erlösstrategie, die sich nicht an veränderte Marktbedingungen oder die Regulatorik 2029 anpassen lässt, ist ein Risiko, kein Schutz.

Diese vier Punkte machen aus einer Erlösidee ein gremiumstaugliches Decision Memo — mit klarer Risikoallokation statt Best-Case-Erzählung.

Fazit: Absicherung und Upside sind kein Widerspruch

Der Einwand des Controllings verdient eine bessere Antwort als ein Pauschalmodell. Die Antwort lautet:

  • Basiserlös absichern über ein Floor-Modell mit garantierter Mindestperformance — der kalkulierbare Boden für den Business Case.
  • Upside selektiv mitnehmen in den Märkten FCR, aFRR und Intraday, in denen das Potenzial das Risiko rechtfertigt.
  • Das Verhältnis konfigurieren über das Rollenmodell — von Tolling, maximale Sicherheit, bis Eigenbetrieb und -vermarktung, maximaler Upside.
  • Vertraglich verankern über Mindestperformance, Erlösteilung, Kontrollrechte und Exit-Klauseln.

Robustheit schlägt Punktprognose — und eine konfigurierbare Erlösstrategie ist robuster als jedes Modell, das sich für eine Seite entscheiden muss.

Welche Konfiguration zu Ihrem Risikoappetit passt, zeigt sich am besten in einem persönlichen Gespräch. Lassen Sie uns Ihre Erlösstrategie diskutieren — mit Stress-Szenarien über Erlösniveau, CAPEX und Netzentgeltbetrachtung, statt mit einem Best-Case auf dem Papier.